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Äthiopien

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Eine andere Welt - Alem Ketema in Äthiopien

Äthiopien Ostern 2014

Seebaß

Nach 2 1/2 Jahren Pause waren wir (meine Frau und ich) in diesem Jahr wieder in Äthiopien. Zwischenzeitig waren unsere Freunde und Projektpartner von der BHGIA Dr. Ayele und Teklemariam zweimal in Deutschland, einmal auch im Winter mit Schnee. Welch ein happening beim Besuch im Harz mit reichlich Neuschnee, Rodeln, Spaziergänge mit aber dann doch blaugefrorenen Fingern. Geld konnte für die Fortführung des Projektes damit mehrfach direkt mitgegeben werden, die Kontrolle vor Ort in Alem Ketema übernahm J.Gessner, Stiftunglife (oder einer seiner Mitarbeiter), der ja auch sonst finanziell großen Anteil an unserem Projekt hat, speziell mit der Unterstützung des Enat-Hospital.

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Was ist inzwischen in Alem Ketema geschehen? Für das Krankenhaus wohl am wichtigsten: Dr. Ayele ist mit frisch bestandener Facharztprüfung für Gynäkologie seit 1/2012 ebendort tätig. Damit stieg u.a. die Zahl der Operationen deutlich an, bis heute unter seiner Leitung etwa 1000, ebenso viele wie in den Jahren davor seit Eröffnung des KH 2003. Zusätzlich etwa 600 Geburten/Jahr. Notfallpatienten werden inzwischen mit 4 verschiedenen Krankentransportfahrzeugen aus den umliegenden Dörfern abgeholt – bisher wurden sie z.T. über > 24h auf einer Liege zum KH getragen -, um die Zeit bis zum Behandlungsbeginn zu verkürzen, was im Zweifelsfall auch die Überlebenschancen deutlich verbessert. Schwangere werden kostenfrei transportiert, alle anderen müssen für das Benzin aufkommen, was aber durch unseren "poor patient`s fond" abgesichert ist. Damit wird auch weiterhin sichergestellt, dass jeder Pat. eine dringliche ambulante oder stationäre Therapie bekommt (für die er die Zuzahlungen sonst nicht leisten könnte). Der finanzielle Bedarf für diesen Fond ist größer geworden, da insgesamt deutlich mehr Pat. ins KH kommen. Überweisungen nach Addis sind kaum noch nötig, da Dr. Ayele viele Operationen selbst durchführt, auch nicht- gynäkologische Für Augen-und Schilddrüsen-OP gab es Kampagnen aus Addis, 2013 waren auch plastische Chirurgen aus München in Alem für Narbenkorrekturen u.ä. Zwischenzeitig wurde das Enat-KH auch von staatlicher Seite überprüft und auf Grund des sehr guten Ergebnisses (bei den besten 11 von 125 überprüften KH)ausgezeichnet, neben einem Geldpreis gab es auch eine neue Röntgenanlage. Es ist jetzt Lehr-KH und Vorbild für fünf andere KH aus der Umgebung. Brillen werden inzwischen in Alem selbst hergestellt, in Kooperation mit der Initiative aus Vaterstätten (one-dollar-glasses), die für die notwendige Fortbildung von zwei KH-Mitarbeitern für die Anfertigung der Brillen sorgte. Die Qualität dieser Brillen wurde bereits in Deutschland überprüft und für gut befunden. Unser Optometer wird zur Visusbestimmung genutzt, arme Pat. erhalten eine Alt-Brille aus dem Bestand, alle anderen eine neue Brille für insgesamt etwa 4 USD. Während des Aufenthaltes wurden natürlich auch die OP-Bücher eingesehen und die Listen bzgl. des „poor patient fond“ überprüft, alles war in Ordnung!

Übergeben wurden während der obligatorischen Besprechung mit der Verwaltung auch gynäkologische/ geburtshilfliche Werkzeuge (Spende Dres. Molsen), was die vorhandenen optimal ergänzt. Die Erfolge der letzten Jahre wurden dabei noch einmal dargestellt, s.o., für die Zukunft ist die Aufwertung des Enat-hospital im staatlichen Gesundheitssystem in Ä. ins Auge gefasst, was u.a. mehr Stellen im fachärztlichen Bereich und damit noch mehr Kompetenz vor Ort/mehr Patienten/mehr Einnahmen mit sich bringen würde. Auch die Bezahlung für das gesamte Personal würde mit solch einer Aufwertung verbessert. Ohne die engagierte Mitarbeit dieses Personals wären aber all diese Erfolge nicht möglich gewesen! Zum Erhalt der guten Motivation gibt es daher (bezahlt über unsere Organisation) Preise für besonders gute Mitarbeiter, für alle steht ein Internetzugang zur Verfügung.

Wiederaufforstung: Wie beim letzten Besuch gab es auch dieses Mal ein Treffen mit den Dorfältesten und Mitgliedern der lokalen Verwaltung. Es wurde von Allen Dank ausgesprochen für die kontinuierliche Unterstützung seit Jahren. Die Aufforstung zeigt deutliche Erfolge ( Dank Schutz und Pflege durch unsere Gärtner), der Polizeichef berichtete sogar, dass die Vögel wieder zurückkehren würden. Die nächste Kampagne ist für den Sommer geplant. Die Jungpflanzen werden inzwischen von einem Mitarbeiter selbst gezogen. Besonders schöne Geste: Karola`s birthday forrest, der mit den Geld-Geschenken zu ihrem Geburtstag gepflanzt werden konnte. Um das Land gegen Erosion zu schützen, ist aber weiterhin auch der Einbau von Gabionen erforderlich. Diese brechen als kleine Dämme die Kraft des abströmenden Wassers in der Regenzeit. Als neues Projekt wird die BGHIA dafür die Drahtkäfige bezahlen, die Bevölkerung die Steine besorgen und am Ort einfüllen. Auch für den Neubau von Latrinen (wichtig für die Hygiene) wird das Material zur Verfügung gestellt, der Rest geschieht in Eigenarbeit. Auch der Ort selbst wird grüner, geschützt durch Zäune wurden Büsche und Bäume im Mittelstreifen und am Straßenrand gepflanzt. Weiterhin gilt damit das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Aufforsten

Schule: die schon vor 2 Jahren mit unserer Hilfe neu eingerichtete Bibliothek in der primary school wurde besichtigt, sie wird gut genutzt. Hierfür wurde speziell das Geld der Haupt-(inzwischen Ober-schule) Lachendorf eingesetzt. Die von Paten finanziell unterstützten Schüler haben inzwischen die Schule nach erfolgreichem Abschluss verlassen. Nur die von uns geförderte Kalkidan muss noch einige Jahre zur Schule gehen, inzwischen sind die Ergebnisse auch wieder besser, Platz 19 von 51 Schülern ihrer Klasse! Erstmalig im ganzen Bezirk wurde eine spezielle Klasse für behinderte Kinder, die sonst gar nicht erfolgversprechend hätten zur Schule gehen können, eingerichtet. Blinde, Taube und geistig Zurückgebliebene können jetzt ihren Bedürfnissen entsprechend lernen, der Lehrer wurde zusätzlich über mehrere Jahre fortgebildet, u.a. Blindenschrift, Gebärdensprache u.ä. Die Jugendlichen erhalten damit z.B. die Gelegenheit durch die Herstellung von Bekleidung sich selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Stoffe und Nähmaschinen sollen dafür von unserer Initiative gekauft werden.

seebaß

Auch an dieser Stelle Dank an alle Spender, insbesondere 3000,00 Euro von der Herzsportgruppe Wathlingen anlässlich ihre 25jährigen Bestehens, siehe auch die wiederholten Berichte in der CZ. Auch weiterhin wird nur wenig Geld für die Verwaltung dieser Initiative ausgegeben, bezahlt werden die Gärtner und ein Angestellter für das Büro (Überprüfung der Projekte, Kontakt zur Verwaltung, Verteilung der Bekleidung), dieser ist aber auch für die Pflanzenzucht zuständig. Insgesamt etwa 500,00 Euro/Jahr, wovon dann auch vier Familien leben können. Jährlich wird die Kontoführung vom Finanzamt überprüft, in diesem Jahr zusätzlich eine Überprüfung der Verwendung der Mittel durch nichtstaatliche Organisationen, um die Lizenz für die BGHIA verlängert zu bekommen. All dies war stets in Ordnung.

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